10. Dezember 2022

Protastik – Protas auf Abwegen 24.11.2022

Jeden Sonntag veröffentlichen Anke BeckerLucas Snowhite und Christina Marie Huhn eine neue Aufgabe für ihre #Protastik-Challenge. Am darauffolgenden Donnerstag werden dann die Geschichten dazu gepostet. 

Unseren Beitrag findet ihr ebenso Hier


»Unentschieden«, rief Yasmin Ryan und Black Dragon zu, als diese wieder aus dem See auftauchten. Ihren Gesichtern nach, waren die Kontrahenten mit ihrem Urteil nicht zufrieden.
Es war schon amüsant, dass eine Niederlage sie vermutlich weniger verärgert hätte.
Yasmin wandte sich Drewfire zu. »Oder was meinst du?«
Die Bluthäscherin gab zwar vor, völlig ins Zeichnen vertieft gewesen zu sein, doch Yasmin hatte genau gesehen, dass sie das Geschehen sehr wohl verfolgt hatte. Jetzt hob Drewfire den Kopf und musterte die beiden Männer kritisch.
»Eindeutig unentschieden«, befand sie, »beides hoffnungslose Possenmacher mit verbesserungswürdigem Gleichgewichtssinn.« Dann wandte sie sich wieder ihrer Kohle und dem Papier zu.
Ryan hatte sich mittlerweile wieder auf eine der Paletten gezogen, half Black Dragon aus dem Wasser und sprang dann zurück ans Ufer. Mit vor der Brust verschränkten Armen sah er Drewfire herausfordernd an. »Wenn du meinst, dass du es besser kannst – beweis es!«
»Kein Interesse«, war die lapidare Antwort.
Na klar, was sonst…
»Komm schon, sei nicht immer so eine Spielverderberin«, versuchte nun auch Black Dragon sein Glück, doch die Bluthäscherin zeichnete in aller Seelenruhe weiter.
Yasmin schüttelte den Kopf. So konnte das nichts werden. »Lasst sie doch, wenn sie nicht will«, mischte sie sich also ein.
Prompt richteten sich 3 Augenpaare auf sie. Natürlich war Drewfire sofort misstrauisch. Warum musste die Bluthäscherin eigentlich immer so tun, als würde Yasmin einen bösartigen Komplott gegen sie planen?
Um den Gedanken abzuschütteln, zuckte Yasmin lässig mit den Schultern und wandte sich dem See zu. »Immerhin hat sie das noch nie gemacht und jetzt herrschen auch noch erschwerte Bedingungen mit dem nassen Holz«, führte sie weiter an, während sie leichtfüßig über die Paletten sprang, bis sie etwa in die Mitte des Sees angekommen war.  Dort fischte sie mit dem Fuß eine der Holzstangen heraus, welche Black und Ryan einfach im Wasser hatten treiben lassen. Betont lässig stützte sie sich auf die Stange und sah in die Runde. »Ihr wisst doch, dass sie nicht gern verliert«, schloss sie und zwinkerte frech.
Zufrieden beobachtete Yasmin, wie die Bluthäscherin daraufhin seufzte und aufstand. »Na schön, ihr hört ja sonst doch nicht auf, mir auf die Nerven zu gehen.« Sie legte Schuhe, Schulterharnisch und Waffengürtel ab und kam aufs Wasser zu. Alles an ihrer Haltung sollte wohl den Eindruck von Gleichgültigkeit vermitteln.
Wenn sie sich besser fühlte, sich das einzureden – bitte.
Yasmin war sehr gespannt darauf, wie die Bluthäscherin sich schlagen würde, Auren lesen würde ihr hierbei auf jeden Fall keinen Vorteil verschaffen.
Das würde das erste Kräftemessen zwischen ihr und Drewfire werden. Endlich! 
Black warf Drewfire im Vorbeigehen eine neue Stange zu, welche diese ohne Probleme auffing und über die Plattformen zu Yasmin in die Seemitte sprang.
»Blacks billige Tricks, werden dir gegen mich nicht helfen«, verkündete die Bluthäscherin kühl und wog das Holz in ihrer Hand.
»Keine Sorge, ich habe meine eigenen«, entgegnete Yasmin ungerührt und musterte ihre Gegnerin.
Zumindest würde Drewfire kein großes Problem mit störender oder durch Nässe schwer werdender Kleidung haben, dafür trug sie nicht genug davon.
»Eine Runde muss reichen, also mach dich bereit baden zu gehen«, kündigte Drewfire an und positionierte sich. Ihr Bein schaute provokativ weit unter dem hochgeschlitzten Rock hervor.
Oh ja, die Frau war sich sehr bewusst wie heiß sie war und Yasmin genoss nur zu gerne, wie ihre Gegnerin ihre Reize ausspielte. Dennoch wehrte sie mit Leichtigkeit den ersten Angriff ab. »Ich mache sicher nicht denselben Fehler wie Black.« Im Hintergrund hörte Yasmin, wie der Spion sich über diese Feststellung empörte.
Der Schlagabtausch zwischen ihnen zog sich hin und Yasmin grinste zufrieden. Das machte wirklich Spaß. Sie jagten sich über die gesamte Fläche und drohten dabei immer wieder abzurutschen. 
Beim nächsten Schlag von Drewfire wirbelte Yasmin ihre Stange herum, um ihre Gegnerin zu entwaffnen. Noch während der Attacke verlor sie allerdings selbst den Halt. Durch Zufall brachte sie dabei auch Drewfire zu Fall, welche auf sie stürzte, doch sie konnten sich beide auf der Palette halten. Die Waffen waren allerdings im hohen Bogen davon geflogen.
»Nicht so stürmisch Süße«, säuselte Yasmin amüsiert und konnte gerade noch rechtzeitig der Faust ausweichen, die kurz darauf auf ihre Nase zielte.
Da war aber jemand empfindlich. Im nächsten Moment war die Bluthäscherin bereits aufgesprungen und schien erstmal nur so viel Abstand wie möglich zwischen sie Beide bringen zu wollen.
Wirklich niedlich. Irgendwie erinnerte es Yasmin an eine Katze die gerade ins Wasser gefallen war.   Sie hätte zu gern gewusst, was Drewfire gerade durch den Kopf ging. Natürlich außer der Frage, was Yasmin wohl vorhatte. Sie liebte es ihr Gegenüber immer wieder ein klein wenig aus der Reserve zu locken, weil diese sie scheinbar absolut nicht einschätzen konnte.
Lauernd schlichen sie umeinander herum. Jetzt hatte keine von ihnen mehr eine Waffe und es würde auf ein Handgemenge hinauslaufen. Mit einem Wink forderte sie Drewfire auf näher zu kommen doch diese verengte nur die Augen und blieb auf Abstand.
Na schön. Mit einem beherzten Sprung jagte sie auf ihre Gegnerin zu, bemüht sie zu fassen zu bekommen. Doch Drewfire wich geschickt aus und lauerte auf die richtige Gelegenheit.
»Nur nicht so schüchtern«, versuchte Yasmin die Bluthäscherin zu reizen, aber das war gar nicht so einfach wie sie erwartet  hatte.
Flüchtig huschte Drewfires Blick an Yasmin vorbei.
Tzz, das war ja wohl der älteste Trick der Welt! Als ob sie darauf hereinfallen würde…
Wie vermutet stürmte Drewfire los. Ein gezielter Tritt in Richtung von Yasmins Standbein. Die Frau hatte zweifelsohne ein gutes Auge und zielte ohne Gnade auf den Schwachpunkt, aber die Aktion war zu durchschaubar.
Yasmin musste sich mit einem Sprung auf die nächste Palette retten und rollte sich dort ab. Als sie einen Augenblick später wieder Stand, hatte Drewfire eine Holzstange in der Hand.
Was? Woher?
Überrascht riss Yasmin die Augen auf. Sah im Augenwinkel noch immer ihre Waffen im Wasser treiben. Dann erinnerte sie sich, dass Ryan seine Stange nach Black geworfen hatte und diese noch immer irgendwo getrieben hatte.
Mist! Dann war das keine Ablenkung gewesen, sondern Drewfire hatte in diesem Moment die Waffe entdeckt.
Weiter konnte sie nicht überlegen, denn da prasselte schon ein Stakkato an Schlägen auf sie nieder.  Sie wich den Angriffen stets aufs Neue aus, dann ein Tritt ins Leere, ein Sturz – Yasmin wähnte sich schon ins Wasser fallen. Dann spürte sie Holz unter ihrem Rücken. Nochmal Glück gehabt. Wie lange es sie rettete, war eine andere Frage.
Drewfire fegte mit der Stange wie mit einem Golfschläger über die Palette und versuchte ihr das Holz in die Seite zu rammen, wohl um sie von der Plattform zu befördern.
Yasmin packte die Waffe und zog daran. Sie brachte Drewfire zum Straucheln und konnte sich selbst an der Stange wieder in den Stand ziehen. Ein schneller Sprung nach vorne. Drewfire fand ihr Gleichgewicht wieder, sie vergruben beide die Finger in den Haaren ihrer Gegnerin.
Patt. Verdammt!
Yasmin musste die Häscherin irgendwie überrumpeln!
Mit einem Ruck zog sie Drewfire näher zu sich, drückte ihre Lippen auf die ihrer Gegnerin und küsste sie. Im nächsten Moment ein scharfer Schmerz in Yasmins Lippe. Natürlich hatte das Biest zugebissen. Mit einer Drehung entwand sich Drewfire ihrem Griff und beförderte Yasmin ins Wasser.
Egal. Das war es Wert gewesen.

 

 [3]Treffen die Änderungen hier Yasmins Gedankengang in dem Moment?^^

F.Drewes

Kreativ-chaotisch und manchmal ein bisschen (Schreib)verrückt. Mehr von F.Drewes gibt es Hier

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