10. Dezember 2022

Protastik – Protas auf Abwegen 14.07.2022

Jeden Sonntag veröffentlichen Anke BeckerLucas Snowhite und Christina Marie Huhn eine neue Aufgabe für ihre #Protastik-Challenge. Am darauffolgenden Donnerstag werden dann die Geschichten dazu gepostet. 

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Aufregung ließ Angels Herz höherschlagen. Sie waren zu einem Ball geladen und sie hatte ihren Freund dazu überreden können, sich diesen Tag frei zu halten. Sehr zum Ärgernis seiner Kollegen wie er ihr berichtet hatte, doch das störte Angel kaum. Zumindest heute freute sie sich zu sehr, um deswegen ein schlechtes Gewissen zu haben. Morgen wieder.
Damian hatte sich angeboten ihre Haare zu frisieren und flocht ihr Lavendelblüten ins Haar, da diese zu ihren amethystfarbenen Augen passten. Im Spiegel konnte sie ein kurzes Zucken von Damian wahrnehmen und spürte ein kurzes Ziehen an ihren Haaren. Sofort entschuldigte sich ihr Schwager bei ihr.
„Was ist denn los?“, fragte sie und betrachtete besorgt sein Spiegelbild.
„Alles in Ordnung, ich bin gleich fertig“, erwiderte er lächelnd und steckte mit einigen Haarnadeln alles fest, um sicher zu gehen, dass die Frisur den Abend über halten würde.
Kurz darauf klopfte es an der Tür.
„Dein Drake ist hier“, verkündete Balduin.
„Komm rein!“ Angel wäre gern schneller aufgestanden allerdings wäre sie dann, ohne Damians stützende Hand, sicher über ihr Kleid gefallen.
Das Grinsen ihres Bruders, während er die Tür aufschob, verpasste ihr augenblicklich einen herben Dämpfer. Dieser Gesichtsausdruck verhieß selten etwas Gutes. Ehe sie sich jedoch weiter Gedanken darüber machen konnte, gab das Holz der Tür den Blick auf Drake frei.
Angel hatte ihn in seiner Ausgehuniform erwartet, doch weit gefehlt. Er trug einen dunkelbraunen Frack mit farblich passender Hose und unter dem Frack bauschten sich Heerscharen von Rüschen. Es waren so viele, dass sie nicht sicher war, ob so etwas wie ein Hemd darunter zu finden war…

„Nein, nein und nochmals NEIN!“, erschallt Angeliques Stimme in der Szenerie.
Ferra sieht vom Bildschirm auf zu ihrer Freundin welche sie, mit in die Hüfte gestemmten Armen, aus zusammengekniffenen Augen anfunkelt. „Was denn?“, fragt sie unschuldig.
„Ich habe gesagt, dass Drake NIEMALS ein Rüschenhemd trägt!“
„Aber es steht im doch“, grinst Ferra, „Außerdem ist das Thema…“
„Mir egal!“, unterbricht sie Angelique und zieht sie mit dem Drehstuhl vom Schreibtisch weg. Dann löscht sie die letzten beiden Sätze und tippt selbst weiter:

Angel hatte ihn in seiner Ausgehuniform erwartet. Doch weit gefehlt. Er trug einen dunkelbraunen Frack mit farblich passender Hose und darunter ein hellbeiges Hemd, mit leichter Schnürung die immer wieder seine muskulöse Brust darunter hervorblitzen ließ.
Angel erschauderte bei dem Anblick ihres Geliebten und sie errötete leicht. So etwas könnte er ruhig öfters tragen.
„Du siehst umwerfend aus“, sagte Drake und lächelte ihr verlegen zu.

„So, viel besser!“, stellt Angelique dann zufrieden fest.
„Laaangweilig“, widerspricht Ferra und lehnt sich mit verschränkten Armen zurück. „Wenn das so bleibt, schreib ich eine zweite Geschichte, für die ich extra eine Ausgehuniform MIT Rüschenhemd entwerfe, die dein Drake dann, zwecks Anweisung von ganz oben, den ganzen Ball über tragen muss“, droht sie mit provokantem Grinsen.
„Das tust du nicht!“
Ferra zuckt nur mit den Schultern.
„Okay, schon gut!“, lenkt Angelique mit einem unzufriedenen Schnauben ein und wendet sich erneut dem Bildschirm zu:

Angel hatte Drake in seiner Ausgehuniform erwartet. Doch weit gefehlt. Er trug einen dunkelbraunen Frack mit farblich passender Hose und unter dem Frack bauschten sich Heerscharen von Rüschen. Es waren so viele, dass sie nicht sicher war, ob so etwas wie ein Hemd darunter zu finden war.
„Du siehst toll aus“, sagte Drake und ließ seinen Blick an ihr herunterwandern. Angel lächelte ihn an. Es war wirklich süß wie er sie verlegen angrinste. Ob es ihm auffiel, wenn sie das Kompliment nicht erwiderte? Mit einem krampfhaften Lächeln auf den Lippen stand sie da und überlegte was sie ihm sagen sollte.  Für Gewöhnlich würde sie etwas was ihr missfiel ignorieren. Aber DAS ….
Es sah einfach furchtbar aus und es kroch regelrecht Ekel durch Angels ganzen Körper, bei dem Gedanken daran, dass sie diesem Ungetüm aus Stoff beim Tanz nicht entkommen konnte.
Innerlich wünschte sie sich gerade, so taff wie Drewfire zu sein. Sie würde das Zeug an ihrer Stelle vermutlich einfach abreißen oder etwas ähnliches.
Stattdessen stand Angel steif da.
„Gefällt dir mein Outfit? Der Schneider meinte es sei der letzte Schrei“, fragte Drake schließlich.
Ohman…
Balduin nahm im Hintergrund eine Flasche Blut vom Servierwagen, hantierte mit dem klemmenden Deckel herum und Angel erwartete schon einen dummen Kommentar seinerseits, der jedoch überraschenderweise ausblieb.
Wie teilte man seinem Liebsten mit, dass er so ziemlich das scheußlichste Trug, was sie sich vorstellen konnte und dasohne ihn zu verletzen?
„Du…“, setzte Angel vorsichtig an, doch in diesem Moment ruderte ihr Bruder mit den Armen und der komplette Flascheninhalt entleerte sich auf Drakes ‚Hemd‘.
„Ups“, kommentierte er sein Missgeschick.
Ernsthaft? Das klang ungefähr so schuldbewusst wie bei einem Kleinkind, dass bei Schabernack erwischt worden war.
Kaum das Drake seinen ersten Schrecken überwunden hatte packte er Balduins Kragen. „Was hast du jetzt schon wieder für ein Problem?“
Doch bevor das Ganze zu eskalieren drohte schob sich Damian dazwischen und dirigierte Drake aus dem Raum. „Wir finden sicher noch ein Hemd für dich.“
Fassungslos sah Angel den beiden nach, ehe sie wütend zu ihrem Bruder umdrehte. „DAS WAR ABSICHT!“
„Natürlich war es das. Gern geschehen.“ Er zwinkerte ihr amüsiert zu. „Mechthild wird diese Abscheulichkeit schon vernichten.“
„WAS?!?“ Gern geschehen? Ging es ihm zu gut? Das war, das war…
Sie schüttelte den Kopf. Liebevoll legte ihr Bruder den Arm um Angel.
„Er wird nie erfahren wie grässlich du das Ding fandest und du musst nicht seine Gefühle verletzen. Ist doch alles gut.“
„Du bist unmöglich!“, schimpfte sie, allerdings nur sehr halbherzig.
Sie mussten nicht lange warten, bis Drake in einem frischen, weißen Hemd, ohne Frack, da dieser sicherlich auch den ein oder anderen Spritzer Blut abbekommen hatte, zurück kam.
Viel besser!, dachte sich Angel erleichtert, hakte sich dann schnell bei ihm ein und gab ihm einen Kuss.
„Gehen wir?“, fragte sie ihn während sie ihm die Reste des Lippenstiftes wieder von den Lippen wischte.

Angelique dreht sich wieder zu Ferra. „Zufrieden?“, fragt sie brummig.
„Schade um das schöne Hemd, aber ja, viel besser.“

F.Drewes

Kreativ-chaotisch und manchmal ein bisschen (Schreib)verrückt. Mehr von F.Drewes gibt es Hier

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