6. Juli 2022

#Protastik – Protas auf Abwegen 06.01.2022

Jeden Sonntag veröffentlichen Anke BeckerLucas Snowhite und Christina Marie Huhn eine neue Aufgabe für ihre #Protastik-Challenge. Am darauffolgenden Donnerstag werden dann die Geschichten dazu gepostet. 

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Nur langsam löste sich Black Dragons Bewusstsein aus den wirren Träumen und fand zurück in die Realität. Umgeben von dem angenehmen Duft seines Geliebten nahm er sogar die Schmerzen hin, die ihm das Gefühl gaben, als würde sein Kopf jeden Augenblick platzen. Mühsam rollte er sich auf den Rücken und blinzelte irritiert gegen die Decke. Das war nicht das Herrenhaus, aber wo war er dann?
Was war geschehen? Er hatte dieses verdammte Wolfsblut getrunken und dann? Nur mühsam schlichen sich vereinzelte Bilder in seinen Kopf. Der Boxkampf, buntes Farbengewirr, Damian; eine Melodie spielte in seinem Kopf. Was davon war Wirklichkeit, was war nur eine Halluzination durch die Droge gewesen?
Erschöpft legte Black einen Arm über die schmerzenden Augen.
Ach richtig, Dracula hatte auf dem Schloss einen Ball abgehalten, fiel es ihm wieder ein.
Ruckartig saß er aufrecht im Bett.
Draculas Schloss. Das hier war Damians Zimmer auf dem Schloss.
Bilder wie er zwischen Tanzenden entlanggelaufen war, ein Buffet, das aussah, als hätte Damian es selbst angerichtet hatte flammten vor seinem inneren Auge auf.
Scheiße!
Bitte, es sollte ihm jemand sagen, dass er erst angekommen war, nachdem die Gäste gegangen waren …
Eine Erinnerung an Ryan in elegantem Gehrock überkam ihn.
Nein, das war sicher ein Traum, versuchte Black sich selbst zu beruhigen. Er und Drewfire rissen sich für gewöhnlich nicht darum, bei solchen Veranstaltungen anwesend zu sein.
„Ich muss dich enttäuschen. Das war kein Traum“, antwortete Damian eintönig auf seine Gedanken. Er stand im Türrahmen und hielt zwei Kelche mit Blut in der Hand.
Black spürte die unterschwellige Wut in der Stimmung seines Geliebten und lächelte ihn entschuldigend an. Schwerfällig erhob er sich und streckte die Hände nach ihm aus, in der Hoffnung ihn zu besänftigen können. Damian drückte ihm einen der Kelche in die Hand. „Wasch dich, du stinkst immer noch“, brummte er und hielt ihn auf Abstand.
Ergeben nahm er das dargebotene Getränk entgegen und verschwand gleich darauf unter der Dusche und machte sich frisch.
„Was habe ich angestellt?“, wagte er es schließlich zu fragen.
Damian verschränkte die Arme vor der Brust. „Das kann ich dir nicht beantworten, ich kam erst später dazu. Und da Angel es dir ziemlich sicher nicht sagen wird, wirst du wohl unsere Bluthäscher fragen müssen.“
Mit einem Ächzen vergrub Black das Gesicht im Handtuch. Ging es eigentlich noch schlimmer?
Nie wieder!
Nie wieder würde er dieses verdammte Zeug anrühren!
Kurz darauf legte sein Gefährte die Arme um ihm und er schmiegte sich gern in die Umarmung.
„Ich mache mir schon genug Sorgen“, begann Damian. „Auch ohne, dass du dich noch mit diesem Zeug vergiftest.“

***

Black sah sich um. Der Raum war gut gefüllt und Jubelrufe ließen seine Ohren klingeln. Der erste Boxkampf war in vollem Gange.
„Hey, da bist du ja“, grüßte ihn der Abtrünnige, dessen Vertrauen Black sich erschleichen wollte. „Beim letzten Mal hast du das Finale verpasst. Das wurde noch richtig spannend“ Entspannt legte er einen Arm um Blacks Schultern. Offenbar hatte sich das Desaster vom letzten Mal wenigstens gelohnt.
Vorbei an der gröhlenden Menge, führte er ihn zu einer kleinen Sitzgruppe, von der aus man den besten Blick auf die Arena hatte. „Interesse, selbst mal in den Ring zu steigen?“
„Nein danke.“, entgegnete Black. Sollten sie sich ruhig die Köpfe einschlagen. Immer und immer wieder. Langsam ließ er sich in einen der Sessel sinken und tat so, als würde ihn der Kampf interessieren.
„Wollen wir eine kleine Wette abschließen?“, fragte der Abtrünnige mit süffisantem Grinsen. „Auf den nächsten Kampf?“
„Mit welchem Einsatz?“, hakte er nach, ehe er überhaupt überlegte ob er darauf einsteigen wollte.
„Einer meiner Jungs da unten erledigt für dich einen kleinen Auftrag.“
Kurz wog Black den Kopf hin und her. „Okay eine Kiste mit Blut“, hielt er dagegen. Doch sein Verhandlungspartner war nicht zufrieden. „Blut habe ich genug. Mehr hast du nicht zu bieten?“
Black wog kurz seine Möglichkeiten ab. „Na schön“, begann er schließlich, beugte sich zu seinem Gegenüber und sprach leiser weiter. „Wie steht es mit einer Kiste Kinderblut?“, bot er dann an und streckte dem Abtrünnigen die Hand entgegen.
Der Abtrünnige wirkte kurz skeptisch, schlug dann aber ein. „Einverstanden. Darauf trinken wir!“
Ein aufforderndes Handzeichen und wenige Augenblicke später hielt Black einen Kelch in der Hand und der abstoßende Geruch von Lykanerblut stach ihm in die Nase. Auffordernd prostete sein Gastgeber ihm zu.

Black unterdrückte ein Seufzen und hob ebenfalls seinen Kelch.

F.Drewes

Kreativ-chaotisch und manchmal ein bisschen (Schreib)verrückt. Mehr von F.Drewes gibt es Hier

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