23. Mai 2022

#Protastik Protas auf Abwegen 10.02.2022

Jeden Sonntag veröffentlichen Anke BeckerLucas Snowhite und Christina Marie Huhn eine neue Aufgabe für ihre #Protastik-Challenge. Am darauffolgenden Donnerstag werden dann die Geschichten dazu gepostet. 

Unseren Beitrag findet ihr ebenso Hier


Damian stand in der Küche und bereitete Kartoffeln und Gemüse vor, das als Beilage für den Kaninchenbraten dienen sollte. Das Fleisch hatte er bereits gestern vorbereitet und mit Rosmarin, Knoblauch und Thymian mariniert.
Sein Gefährte kehrte heute Nacht endlich von einem längeren Auftrag zurück. Ihr kleines Mädchen war bei ihrem Freund und auch die Gewandelten waren ausgegangen, sie würden das Haus also endlich mal wieder für sich haben. Die Vorfreude auf den gemeinsamen Abend zauberte ein Lächeln auf Damians Gesicht.
Fröhlich summte er vor sich hin, während er Braten und Beilagen zusammen in den Ofen schob. Dann rührte er einen Teig für Lavaküchlein an, die den krönenden Abschluss ihres Dinners bilden sollten, und stellte sie in den Kühlschrank.
Er faltete kunstvoll zwei Stoffservietten, deckte den Tisch, legte schon einmal eine passende Musik-CD ein und zog sich dann in ihr Schlafzimmer zurück, um sich umzuziehen. Auch für Balduin legte er etwas passendes zurecht. Das halbdurchsichtige Hemd würde dessen Tätowierungen wundervoll zur Geltung kommen lassen.
Wieder lächelte er. Der Abend würde einfach perfekt werden.
Damian ging zurück in die Küche, holten den Braten aus dem Ofen und arrangierte ihn sorgfältig mit Gemüse, Kartoffeln und einigen Salatblättern auf einem Tablett. Nach einem letzten prüfenden Blick bedeckte er alles mit einer Haube, um es vor dem auskühlen zu schützen.
Ein Rascheln ließ ihn aufsehen. Misstrauisch blickte er sich um, streckte prüfend sein Aurengespür aus …
er nahm seinen Liebsten an der Tür wahr und eilte ihm entgegen.
Dieser hielt die Nase in die Luft, schnupperte und lächelte Damian zu. „Das duftet lecker.“ Dann wanderte Balduins Blick an ihm auf und ab und mit einem neckischen Grinsen legte er den Kopf schief. „Was hast du ausgeheckt?“, erkundigte er sich und zog ihn zu einem liebevollen Begrüßungskuss an sich.
Darauf ließ sich Damian nur zu gern ein und nutzte die Gelegenheit, seinen Partner in Richtung Treppe zu lotsen. „Ich habe dir auch etwas rausgelegt. Tust du mir den Gefallen und ziehst dich für mich um?“, bat er und zupfte an dem einfachen Shirt, das der Spion trug und welches dieser speziellen Nacht nicht im geringsten gerecht wurde.
Während Balduin sich frisch machte, kontrollierte Damian noch einmal sein Arrangement, ehe er alles ins Wohnzimmer zum Tisch brachte. Er konnte sich nicht mehr daran erinnern, wann er das letzte mal so nervös gewesen war, wenn er mit seinem Gefährten allein war. Vielleich zu ihren Anfängen?
„Beantwortest du mir jetzt, was du ausgeheckt hast?“, fragte sein Liebster. Er lehnte im Türrahmen und sah Damian mit diesem Lächeln an, das ihn immer wieder bezauberte. Wenn man ihn gefragt hätte, hätte er nicht beschreiben können, wo genau der Unterschied zu dem sonstigen Lächeln lag, welches er sonst so oft zeigte, doch auch wenn er es nicht ausdrücken konnte, sah er den Unterschied zwischen seinem aufgesetzten Dauerlächeln und diesem ehrlichen, unbeschwerten.
„Angel ist bei ihrem Drake und die Gewandelten sind ebenfalls aushäusig. Wir haben das Haus also die ganze Nacht für uns allein.“
„Klingt gut.“, schnurrte Balduin mit verführerischem Unterton und wieder fanden sich ihre Lippen zu einem sanften Kuss. Dann wandte er sich dem Servierwagen zu. „Und was haben wir hier feines?“ Neugierig hob er die silberne Haube an.
Gespannt wartete Damian, was sein Liebster sagen würde zu dem mühevoll angerichteten…
Marder….
Fassungslos starrten sie beide auf das braungraue Tier, welches sie mit seinen schwarzen Knopfaugen anblinzelte. Im Maul den Kaninchenbraten.
„LOKI!“, fauchte Damian entsetzt. Verdammtes Mistvieh!
Aufgeschreckt von seinem Aufschrei sprang der Marder in hohem Bogen vom Wagen und verschwand hinter einem der Regale. Von dort aus würde er einen seiner Fluchtwege durch irgendwelche Ritzen in der Wand nehmen, die sie schon oft gesucht, aber nie gefunden hatten. Nicht das Balduin viel Interesse daran hatte, seinem kleinen Liebling seine Pfade durchs Haus zu versperren. Nicht umsonst hatte er dem Biest sogar einen Namen gegeben.
Verdammt nochmal das Vieh hatte seinen ganzen Plan verdorben. Die ganze Zeit hatte er darauf geachtet, dass er sich nicht der Küche näherte, und dann hatte er sich von Balduin ablenken lassen und hier war das Ergebnis: Ihr Essen war ruiniert.
Damian schwankte zwischen Wut und Enttäuschung.
Sein Partner sah ihn tröstend an, aber ihr Seelenband verriet Damian leider ziemlich genau, dass Balduin gerade mühevoll unterdrückte, in schallendes Gelächter auszubrechen. Manchmal war die Offenheit, die diese Verbindung mit sich brachte, wirklich lästig.
Frustriert lehnte sich Damian in die Umarmung, die sein Geliebter ihm zur Versöhnung anbot. Dessen Atem kitzelte an seinem Ohr.
„Du musst es so sehen, niemand will mehr auf dein herrliches Essen verzichten, wenn er es einmal gekostet hat.“
„Idiot!“, schimpfte Damian, schmunzelte aber doch über die Worte. Das Lob fühlte sich tröstlich an. Dann seufzte er. „Dann müssen wir wohl gleich zum Nachtisch über gehen.“, murmelte er resigniert.
„Klingt wundervoll“, raunte Balduin und küsste Damians Hals.

F.Drewes

Kreativ-chaotisch und manchmal ein bisschen (Schreib)verrückt. Mehr von F.Drewes gibt es Hier

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