30. September 2022

Protastik – Protas auf Abwegen 15.09.2022

Jeden Sonntag veröffentlichen Anke BeckerLucas Snowhite und Christina Marie Huhn eine neue Aufgabe für ihre #Protastik-Challenge. Am darauffolgenden Donnerstag werden dann die Geschichten dazu gepostet. 

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Die Autorinnen saßen an einem gemütlichen Lagerfeuer auf Ferras Terrasse und besprachen einige Änderungen für Band 2, während die letzten störenden Sonnenstrahlen endlich hinter den Baumwipfeln verschwanden.
Ferra wollte gerade noch etwas Holz in den Feuerkorb legen, als sie durch das flackernden Licht plötzlich zwei leuchtend grüne Augen ansahen.
Vor Schreck ließ sie den Scheit ins Feuer fallen, wodurch Angelique einige Funken ins Gesicht stoben.
»Hey, Vorsicht!«, beschwerte sich diese und wischte sich imaginäre Glutbröckchen von ihrer Hose.
»´tschuldigung!«, entgegnete Ferra schnell, ehe sie sich wieder ihrem, durchaus bekannten, Gast zuwandte: »Was zur Hölle willst du denn hier?«
Angelique hatte den vampirischen Besucher mittlerweile ebenfalls bemerkt, wirkte aber weit weniger unzufrieden darüber.
»Nun, die Damen wollten doch mal wieder eine dieser Geschichten schreiben, oder?«, begann Marius, zog sich den letzten leeren Gartenstuhl ans Feuer, um sich zu den Autorinnen zu setzen und streckte ihnen einen Zettel entgegen. »Diese Gelegenheit ließe sich doch hervorragend nutzen, um ein paar Dinge in eurem ersten Buch zu berichtigen!«
»Wir können gern wieder zum ursprünglichen Ende zurückkehren«, bot Ferra mit einem zynischen Lächeln an.
Marius ließ sich davon jedoch nicht beirren. »Danke, aber nein. Ich habe da etwas anderes für mich und meine Schöne im Sinn«, erklärte er mit charmantem Lächeln und deutete auf den Zettel.
Mit einem genervten Seufzen faltete Ferra das Papier auseinander – darauf stand die Protastikaufgabe von dieser Woche geschrieben. »Nein«, kommentierte sie knapp.
Angelique zupfte ihr derweil den Zettel aus der Hand, ehe er im Feuer landete.
»Wir müssen ein Paar werden, sonst wären all diese vielversprechenden Szenen zwischen uns doch witzlos!«, argumentierte Marius überzeugt.
»Moment mal! Die Aufgabe schreibt vor, dass beide aufkreuzen«, warf Angelique ein.
Ferra schüttelte den Kopf. »Das ist doch total irrelevant! Es gibt …«
»Richtig, sehe ich ganz genauso, danke!«, stimmte Marius sofort zu.
»Was? Nein, ich…«
»Außerdem sind das doch eher Richtlinien als feste Regeln, oder?«
»Ich meinte nicht…«
»Viel wichtiger ist, dass wir noch immer kein Paar geworden sind! Also ich bin gespannt: Wie wollt ihr das ändern? Vielleicht eine spektakuläre Rettungsaktion?«
Man musste es Marius schon lassen – an Dreistigkeit war er nicht zu überbieten.
»Du glaubst doch nicht wirklich, dass sie darauf steht, gerettet zu werden, oder? Nee da muss was anderes her«, widersprach Angelique.
»Hmm aber irgendetwas Beeindruckendes müsste es schon sein«, überlegte Marius weiter.
Angelique nickte zustimmend und tippt sich nachdenklich gegen die Lippe. »Du kannst es ja mit Blumen versuchen«, schlug sie dann grinsend vor.
Marius verzog das Gesicht. »Sehr komisch… Wie wäre es mit einer eindrucksvollen Jagd?«
Während er und Angelique die Köpfe zusammensteckten, wanderte Ferras Blick fassungslos und zunehmend gereizt zwischen den beiden hin und her. »STOP!«, mischte sie sich schließlich lautstark ein. »Keine Rettungsaktion, keine Jagd und keine Blumen!«
»Du hast also eine bessere Idee? Lass hören!«, erkundigte sich Marius sofort höchstinteressiert.
»Für dich zum Mitschreiben: Ihr. Werdet. KEIN. Paar!«, stellte Ferra klar, stemmte die Arme in die Hüften und sah den Vampir durchdringend an.
Ungerührt tastete ihr Gegenüber seine Taschen ab und lächelte sie dann entschuldigend an. »Tut mir leid, ich habe gerade leider nichts zum Mitschreiben bei mir.«
Mit geballten Fäusten funkelte Ferra Marius an, da stellte sich Angelique dazwischen und schaute ihre Freundin versöhnlich an. »Ach komm schon, ist doch nur eine Kurzgeschichte. Wir könnten ja…«
»NEIN! Nichts mit ›wir könnten ja…«, äffte Ferra sie nach und baute sich vor ihr auf. »Die beiden werden nicht zum Pärchen erklärt, verstanden? Niemals, auf gar keinen Fall, unter gar keinen Umständen, nie nicht, kommt nicht in die Tüte! Kapiert?!«, zischte sie.
»Stell dich nicht immer so an Herrgott und hör gefälligst auf mich so anzukeifen!«, fauchte Angelique zurück. »Du tust ja grad so, als hätte ich die Geschichte schon fertig getippt und veröffentlicht, ohne dich zu fragen!«
Ferra verengte die Augen zu Schlitzen. »Ich stelle mich nicht an, das Thema steht lediglich nicht zur Diskussion!«, erwiderte sie noch. »Außerdem waren wir uns doch einig, das die Beiden als Paar eine Katastrophe sind!“
Das leise  »Hey« von Marius wurde dabei gekonnt ignoriert. Angelique grinste. »Wir waren uns einig, dass sie für ihr Umfeld eine Katastrophe wären ja.«
»Ja und für uns ebenfalls. «, beharrte Ferra, schnappte sich den Wassereimer der am Rand der Terrasse stand und kippte ihn schwungvoll ins Feuer, welches sich darauf mit einem klagenden Zischen in eine große Rauchwolke verwandelte. Während Marius und Angelique in Rauchschwaden versanken stapfte sie die Treppen zum Haus hinunter und warf mit Schwung die Tür hinter sich zu.

F.Drewes

Kreativ-chaotisch und manchmal ein bisschen (Schreib)verrückt. Mehr von F.Drewes gibt es Hier

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