10. Dezember 2022

Protastik – Protas auf Abwegen 29.09,22

Jeden Sonntag veröffentlichen Anke BeckerLucas Snowhite und Christina Marie Huhn eine neue Aufgabe für ihre #Protastik-Challenge. Am darauffolgenden Donnerstag werden dann die Geschichten dazu gepostet. 

Unseren Beitrag findet ihr ebenso Hier


Das Lokal ›Blutrausch‹ lag im Untergeschoss eines alten, umgebauten Fabrikgebäudes. Es war Black Dragon und Yasmin als Anlaufpunkt empfohlen worden, wenn sie Anhänger von Lilith finden wollten.
Der Eingang bestand aus zwei hölzernen Schwingtüren, welche sich leicht bewegten. Die Geräusche und vor allen Dingen die Gerüche, die von drinnen kamen, dämpften sie allerdings kaum.
Nun galt es herauszufinden, was an der Bar so besonders sein sollte, außer der offensichtlichen Aufmachung als Saloon aus dem auch entsprechend miese Countrymusik drang. Nicht das Black Dragon per se etwas gegen Countrymusik hatte. Jedes Genre schaffte es irgendwie, ihm zu gefallen. Doch was hier gerade an seine Ohren drang war einfach… unterirdisch.
Aber sie waren ja nicht wegen der guten Musik hier, sondern um zu arbeiten. Also schoben sie die Türen auf und ließen den Blick durch den Raum schweifen.
Auf der linken Seite war eine Bar in der Blut und scheinbar auch einige andere Getränke, dem Geruch nach starke Alkoholika, ausgegeben wurden. Im gesamten Raum standen mehrere, runde Holztische an denen die Gäste verteilt saßen.  Viele waren nur leicht bekleidet und flirteten ziemlich offen.
Zielstrebig bewegten sie sich auf die Bar zu, wobei sie mit etlichen, unverhohlen neugierigen, Blicken bedacht wurden. Sie ließen sich einGlas Blut aushändigen und sahen sich weiter um. Am Ende des Raums verschwanden zwei Gäste hinter einem roten Vorhang, der wohl einen weiteren Raum abtrennte. Die Laute, die dahinter  hervordrangen, ließen nur wenig Platz für Phantasie, was dahinter geschah, allenfalls für das wie. Black tauschte einen amüsierten Blick mit Yasmin. Offenbar gab es hier noch mehr abzuholen als nur Blut.
Wenn er sich so umsah, kam er sich maximal overdressed vor, obwohl er einfach nur ein schwarzes Hemd und schwarze Jeans trug. Seine Tattoos hatte Yasmin überschminkt, seine violetten Augen hatte er unter braunen Kontaktlinsen verborgen.
Yasmin hingegen trug ein enges Top und einen sehr kurzen Rock, und passte damit deutlich besser zu den restlichen Gästen.
»Wir sollten uns den Laden eindeutig genauer ansehen«, murmelte sie mit einem frechen Grinsen auf den Lippen.
Gesagt, getan! Sie mischten sich unter die Gäste und recht bald kam er mit einem ziemlich hübschen Mann ins Gespräch. Schnell war klar, dass dieser großes Interesse daran hatte, mehr als nur ein Gespräch mit Black zu führen und der Spion hatte kein  Problem mit ein wenig zwanglosem flirten. Im Augenwinkel sah er das Yasmin nicht nur einen sondern sogar zwei potentielle Interessenten für sich gewonnen hatte.
Angeberin.
»Bist du oft hier?«, fragte Black sein Gegenüber und fuhr mit den Fingern durch dessen Haare.
»Klar, hier bekomme ich alles was ich brauche. Ich hab einen Ort der mich vor der Sonne schützt, so viel Blut wie ich es brauche und soviel Sex, wie ich will.« Ein verführerisches Lächeln schlich sich auf das Gesicht des Mannes, er stand auf und streckte Black einladend die Hand entgegen. »Apropos!«
Der Spion erwiderte sein Lächeln, nahm dann die angebotene Hand und ließ sich hinter den Vorhang führen.
Zunächst kamen sie in einen großer Raum, in dem einige, offenbar exhibitionistisch Veranlagte, ihrem Vergnügen nachgingen.
Blacks Verehrer führte ihn an der Szenerie vorbei und ein paar Stufen nach oben, wo sich ein paar separate Schlafzimmer für etwas mehr Privatsphäre befanden. Sie zogen sich in eines davon zurück und der Mann, ein Freigeist wie Black nach ihrem bisherigen Gespräch vermutete, verschloss die Tür hinter ihnen. Dann ging er auf das große Bett zu und strich dem Spion im Vorbeigehen zärtlich den Arm entlang ehe er sich auf der Matratze niederließ, Black verführerisch ansah und mit einer Hand einladend auf die freie Fläche neben sich klopfte.
Ein wirklich süßer Kerl. Er sollte versuchen, ob er ihn als Informanten gewinnen konnte. In so einem Laden bekam man sicher einiges mit.
»Du hast also Alles was du brauchst …«, stellte Black lächelnd fest, ging auf seinen Verehrer zu und strich ihm mit den Fingern über die Wange. »Aber reicht dir das?«, raunte er.
Der Freigeist wich zurück und sah ihn misstrauisch an. »Was meinst du damit?«
»Naja, es kann nicht schaden, mehr in der Hinterhand zu haben als das Nötigste, oder? Vielleicht kann ich dir dabei helfen.«
»Und was willst du dafür?«, hakte sein Gegenüber noch weiter skeptisch nach.
»Einfach nur ein wenig darüber reden, was du so hier mitbekommst. Informationen.«
»Und dafür bietest du was?« Die verschränkten Arme könnten ein Zeichen dafür sein, dass Black sich getäuscht hatte und er nicht dafür offen war. Wahrscheinlicher war allerdings, dass der Freigeist einfach nur vorsichtig war, da er nicht genau wusste, was ihn erwartete.
Aus einer versteckten Tasche zog Black eine kleine Phiole. »Wolfsblut.«
»So ein Zeug nehme ich nicht.« War die viel zu schnelle Antwort.
Der Spion grinste. Volltreffer. »Was ja nicht bedeutet, dass du damit nichts anfangen kannst. Tausche es ein gegen – was auch immer du brauchst.«
Der Freigeist betrachtete die Droge und kaute auf seiner Unterlippe. »Welche Art Informationen willst du überhaupt?«
Der Spion zuckte mit den Schultern. »Unterschiedliche. Im Moment suche ich eine Möglichkeit mit einer Frau namens Lilith in Kontakt zu treten. Sie versammelt Leute unter sich, um die Seelenlosen zu Fall zu bringen, wie ich gehört habe.«
Der Freigeist zögerte noch kurz, dann griff er nach dem kleinen Fläschchen und riss es Black regelrecht aus der Hand. »Deal!«

 

F.Drewes

Kreativ-chaotisch und manchmal ein bisschen (Schreib)verrückt. Mehr von F.Drewes gibt es Hier

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